"Sesam, öffne dich!"

Liestal Verdienter Applaus für die Bühne Liestal und ihre nicht ganz 40 Räuber

Isabelle Pryce

Gut versteckt entdeckt Ali Baba das Geheimnis der 40 Räuber. Die rauen Männer lagern in einem geheimnisvollen Felsen ihre gestohlenen Schätze: Goldmünzen, Edelsteine, Gold- und Silberwaren. Der bescheidene Ali Baba lässt einen kleinen Sack voll mitgehen. Weil sein gieriger Bruder mehr aus der Höhle holen will und von den Räubern erwischt wird, muss sich Ali Baba vor der tödlichen Rache der Räuber fürchten. Zum Glück gibt es die kluge Dienerin Mardschana. Sie sorgt für das gute Ende.

Für kleine und grosse Zuschauer

Mit "Ali Baba und die 40 Räuber" steht bei der Bühne Liestal wieder ein Märchen auf dem Programm. Schon seit den 70er-Jahren führen die Darstellerinnen und Darsteller der Laienbühne regelmässig Märchen auf. Inzwischen jedes zweite Jahr. "Wir spielen gerne Märli. Sie sprechen Kinder und Erwachsene an. Die Kinder im Publikum können wir gut ins Stück miteinbeziehen. Dieses Jahr helfen sie zum Beispiel Ali Baba, sich an den Spruch zu erinnern, der den Weg in die Höhle öffnet+ erzählt Vereinspräsidentin Cornelia Schenk. "Es entsteht eine positive Energie, wenn Kinder mit strahlenden Augen auf die Bühne schauen und zwischendrin Kommentare abgeben. Man spürt auf der Bühne sehr gut, ob das Stück sie packt."

Wie die Profis

Es hat sie gepackt, das Märchen aus Tausendundeiner Nacht. Kinder und Erwachsene verfolgen die lustig inszenierte Geschichte voller Spannung. Das Stück war kurzweilig, überraschend und amüsant. Die Laiendarstellerinnen und Laiendarsteller spielten ihre Rollen überzeugend und mit einer dem Genre entsprechenden Komik. Sie alle machten ihre Sache so gut, dass sie einen Vergleich mit professionellen Märlibühnen nicht scheuen müssen. Vielleicht liegt das auch daran, dass mit Peter Keller, Gründer des Theater Arlecchino in Basel, ein Profi die Regie übernommen hat. Es ist die dritte Inszenierung der Bühne Liestal, die Keller verantwortet. Er hat der Bühne Liestal das orientalische Märchen vorgeschlagen und den Schauspielerinnen und Schauspielern auf den Leib geschrieben.

Three, two, one, go!

Typisch für Keller ist es auch, dass er in seine Stück moderne Elemente einbaut. So hält TV-Reporterin Ulima Talat von Tele Ma'arrat An-nu'man ihr Publikum immer auf dem Laufenden, was bei "Land und Leuten", also bei Ali Baba und den 40 Räubern, so läuft. Ulima Talat und ihre immer ins Englisch fallende Kamerafrau markieren nicht nur eine schräge Paralelle zwischen der erzählenden Märchentradidion und dem Storytelling der Newsproduzenten, sondern setzen einen witzigen Kontrast zwischen der existentiellen Dramatik der Geschichte und der oberflächlichen, willkürlichen Boulevardwelt, die fast alles und jeden ins Fernsehen bringt. Ulima Talat-Darstellerin Karin Schweizer hat sich für ihren Part in intensiver Arbeiteine schöne Zürischnure antrainiert, die diesen Kontrast wunderbar akzentuiert.