1. Du bist heute Schauspieler der bühne_liestal. Was hat Dich damals dazu bewegt, zur bühne_liestal zu gehen?
 
Ich hatte eigentlich gar nie vor, schauspielerisch tätig zu werden. 2001 bei "s'Gspänschst Bublifuk" – hatte mich Conny Schenk angefragt, sie hätten kurzfristig einen Engpass, ob ich nicht einen Verfolger-Scheinwerfer bedienen könne. Das tat ich dann, aber nur an 1-2 Proben. Michael Plattner, der von Margrit James ebenfalls angefragt wurde, hatte den Job dann übernommen. Dieses Ende währte aber nicht lange, denn kurz danach fragte Conny erneut: „Könntest du nicht als Revisor einspringen?“ Und ein paar Monate später hatte ich den Posten des Kassiers – mit rein administrativen Aufgaben – wie ich dachte ... 2003 kam dann Aschenbrödel – und es fehlte ihr noch ein Vater. Irgendwie hat sich rumgesprochen, dass ich nicht nein sagen kann - und schon stand ich mehr oder weniger freiwillig auf der Bühne.
2. Was sind Deine Aufgaben als Schauspieler?
 
Als Ausgangslage sind da Buchstaben in einem Textbuch, Dialoge von Figuren. Eine davon soll ich als Schauspieler zum Leben erwecken, ihr Charakter geben, Authentizität. Gemeinsam mit den anderen des Ensembles sollen anhand einer Geschichte Bilder, Stimmungen und Spannungen erschaffen werden, die das Publikum berühren. Vom Schauspieler gefordert ist dabei, dass er sich selbst einbringt, seine „Rolle“ bekleidet und ausfüllt, sich ins Ensemble integriert und doch den Charakter seiner Figur durchsteht bis zur Derniere.
3. Wie sah Deine Laufbahn zum Schauspieler aus?
 
Bisher habe ich immer nur für die bühne_liestal gespielt. Da durfte ich einige für mich wirklich tolle Rollen übernehmen. Z.B. den treuen Diener in „drei Männer im Schnee“ oder den verrückten Teddy Roosevelt in „Arsen und Spitzenhäubchen“. Bei diesen beiden Rollen habe ich mich dann auch mit dem Theatervirus infiziert. Ich durfte noch weitere „spezielle“ Figuren spielen wie z.B. das Sandmännchen in „Peterchens Mondfahrt“, den Zauberer im „gestiefelten Kater“, einen Angeber in „Spilet wyter“ oder zuletzt Jäger/Fee in „Schneewittli und die siibe Zwärge“. Nun freue ich mich darauf, 2015 als grauer Herr in „Momo“ auch ausserhalb der bühne_liestal im „Arlecchino“ dem Basler Theater für Kinder Erfahrungen sammeln zu können.
4. Was ist für Dich bei der bühne_liestal wichtig, wo liegen Deine Prioritäten?
 
In einer Theaterproduktion mitzuwirken ist ein zeitaufwändiges Hobby und ein verantwortungsvolles dazu. Man setzt sich dabei einigem Druck aus. Z.B. wird das Premierendatum praktisch als erstes festgelegt - und ist dann unverschiebbar. Ein anderer ist, dass man nicht nur sich selbst sondern auch den andern im Team verpflichtet ist – das Ganze steht und fällt mit dem Einzelnen. Anders gesagt: Wir haben eine gewisse Zeit, in der wir gemeinsam als Team etwas erarbeiten können. Das Resultat hat seine Wurzeln in der Arbeit davor. Diese Arbeitsphase ist für mich sehr wichtig und sie empfinde ich noch immer als einen spannenden Prozess.
5. Was war bisher Dein schönstes Erlebnis in Deiner Theaterlaufbahn?
 
Die schönsten Momente sind die, wenn man an der Premiere merkt, dass es läuft, dass es funktioniert. Zuvor probt man und feilt und feilt bis man an der eigenen Arbeit zu zweifeln beginnt, witzigen Stellen im Stück findet man schon lange nicht mehr lustig. Und dann kommt die Premiere – und wenn es dann gut läuft – unvergessliche Momente. Ganz besonders war es für mich nach der Premiere von Aschenbrödel – 2003 – da fiel uns allen ein riesen Stein vom Herzen – das ganze Ensemble war nach dieser Premiere mehr als aufgewühlt und erleichtert. Wir hatten gefeiert, wie wenn es das Ende gewesen wäre, dabei war es die erste von 14 Vorstellungen.
6. Was hat Dich in Deiner Theaterlaufbahn am meisten berührt?
 
Wenn ich in den Märchen die Kinder in den ersten Reihen sehe, spüre. Ihre Augen leuchten sehe, wie sie sich ins Stück einleben, mitleben, mitfiebern, rufen. Das ist einfach wunderbar. Bei Schneewittli war das bei einigen Vorstellungen so stark, das haut dich fast um auf der Bühne.
7. Hast Du neben der bühne_liestal noch andere Hobbys?
 
Von Frühling bis Herbst fahre leidenschaftlich gerne Motorrad und im Winter Ski oder Snowboard.
 
 
Adrian, vielen Dank für das Interview.